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Bad Homburg, 20.12.2019 10:15 Uhr

Göttliche Herrlichkeit in einem Kind in der Krippe

Andacht zum Weihnachtsfest 2019 von der Stellvertretenden Kirchenpräsidentin Ulrike Scherf

Krippen gehören zu Weihnachten. In manchen Krippen gibt es viel zu entdecken, andere sind eher schlicht gehalten. Anschaulich und greifbar führen Krippen vor Augen, was damals in Bethlehem geschah. Das Jesuskind ist je nach Krippe verschieden, mal wonnig und mit viel Babyspeck, mal ärmlich im kargen Holztrog. Aber immer bildet das Kind den Mittelpunkt der Krippe. Zu ihm wollen die Figuren hin, ihm wenden sie sich zu. Weihnachtskrippen zeigen auf das Gotteskind: Schaut hin, Gott kommt als kleines Kind zu den Menschen.

Das Johannesevangelium erzählt Weihnachten etwas anders. Es berichtet vom Wort, das erst bei Gott ist und dann Fleisch wird und bei den Menschen wohnt. Und von den Menschen: „Und wir sahen seine Herrlichkeit.“ (Johannes Kapitel 1, Vers 14).

Dabei redet die Bibel von einer ganz anderen „Herrlichkeit“ als wir Menschen: Kein pompöser Glanz, keine Herrschaftssymbole und keine weltlichen Statussymbole zeichnen göttliche Herrlichkeit aus. Genaues Hinsehen lohnt sich – göttliche Herrlichkeit lässt sich nur auf den zweiten Blick erkennen. Sie macht sich nicht an Äußerlichkeiten fest, sondern bezeichnet die Beziehung zwischen Jesus und Gott und uns Menschen. Göttliche Herrlichkeit zeigt sich in Liebe und Vergebung, in Freundlichkeit und Hingabe.

Wir Menschen können durch Jesus Gott erkennen und etwas von Gottes Herrlichkeit empfinden. In Jesus spüren wir die Nähe und gleichzeitig die Größe Gottes. Der große, himmlische Gott wird Mensch und kommt uns Menschen damit so nahe wie möglich.
An Weihnachten schauen wir auf Jesus. Wir sehen ein kleines Kind in der Krippe und können kaum fassen, dass Gott so nahe ist. Gott kommt in Jesus auf die Welt. Was Jesus tut und was er predigt, zeigt Gottes Willen und Gottes Liebe.

Göttliche Herrlichkeit entdecken. Damit das gelingt, feiern wir Weihnachten, erzählen die Weihnachtsgeschichte und von allem, was danach geschah. Wir singen Lieder und betrachten die Krippe – so kommt die Botschaft von Weihnachten näher zu uns „und wir sehen seine Herrlichkeit“.

Ich wünsche Ihnen solche Weihnachtsmomente voll göttlicher Herrlichkeit,
Ihre Ulrike Scherf

Pfarrerin Ulrike Scherf ist Stellvertretende Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN)
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