Bad Homburg, 13.11.2025 23:37 Uhr
„Ich kann mich nicht entscheiden. FragMatz!“ – EKHN-Aktion für junge Erwachsene
Kirchenpräsidentin Christiane Tietz bei der Präsentation - Bildrechte: EKHN
Heute startet die neue Aktion „fragmatz.de“ der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN). Sie widmet sich dem Thema Entscheidungsfindung und richtet sich erstmals gezielt an 18- bis 29-Jährige, deren Lebenswirklichkeit von elementaren Entscheidungsprozessen geprägt ist. Neben persönlich gestalteten Anschreiben werden die jungen Menschen in ihrer digitalen Wirklichkeit abgeholt, mit der mobilen Website „fragmatz“ und einer TikTok-Kampagne.
„Ich kann mich nicht entscheiden. FragMatz!“ – so heißt der Titel der Aktion, die in der Evangelischen Studierendengemeinde (ESG) Frankfurt von Kirchenpräsidentin Prof. Dr. Christiane Tietz, Pröpstin Sabine Bertram-Schäfer und jungen Erwachsenen vorgestellt wurde.
„Ich kann mich nicht entscheiden. FragMatz!“ – so heißt der Titel der Aktion, die in der Evangelischen Studierendengemeinde (ESG) Frankfurt von Kirchenpräsidentin Prof. Dr. Christiane Tietz, Pröpstin Sabine Bertram-Schäfer und jungen Erwachsenen vorgestellt wurde.
Entscheidungen können fordern – und überfordern
Ausbildung oder Studium? Beruf oder Berufung? Partnerschaft oder nicht? Und wo will ich eigentlich leben? Die Zeit zwischen Schulabschluss und dem 30. Geburtstag steckt voller Weichenstellungen, deren Folgen oft schwer abzuschätzen sind. Das machte ein Kurzfilm deutlich, in dem junge Menschen zu Wort kamen und von ihren Schwierigkeiten, Entscheidungen zu treffen, berichteten.Kirchenpräsidentin Christiane Tietz betonte die Bedeutung der Lebensphase der 18- bis 29-Jährigen. „Es ist eine Lebensphase voller Möglichkeiten, voller Aufbrüche und Neuanfänge. Und gleichzeitig ist sie geprägt von Unsicherheit, Überforderung und dem Gefühl, vielen Erwartungen gerecht werden zu müssen – den eigenen und den Erwartungen anderer“, sagte sie. Sie beschrieb die Befürchtung junger Menschen, möglicherweise falsche Entscheidungen zu treffen.
Begleitung und Einladung zum Perspektivwechsel
Hier setze die evangelische Kirche eine andere Perspektive entgegen. „Wir wollen begleiten, nicht belehren“, sagte Pröpstin Sabine Bertram-Schäfer, in deren Propstei viele junge Menschen an der Entwicklung von „fragmatz“ mitgearbeitet haben. „Im Mittelpunkt steht Matz, der Spatz – eine sympathische Vogel-Figur, die den Blick verändert: Weg von Kirche als Erklärerin der Welt, hin zu einem Begleiter, der zuhört, fragt und Vertrauen weckt“, so Bertram-Schäfer weiter. Tietz ergänzte: „Zur evangelischen Perspektive gehört: Unser Wert hängt nicht von Leistung, Erfolg oder der ‚richtigen Entscheidung‘ ab. Mir hilft es zu wissen: Gott will, dass es dich gibt.“Persönliche Post für rund 160.000 junge Menschen
Das Format dieser Impulspost ist Neuland: Rund 160.000 jetzt versendete persönlich adressierte Postkarten verweisen auf das digitale Herzstück der Kampagne: die mobile Webseite fragmatz.de. Dort können sich Nutzer*innen spielerisch und selbstbestimmt durch die „Knoten im Kopf“ klicken. Praktische Tipps, geistliche Impulse, Playlists zum Auftanken und Abschalten, der Link zur Achtsamkeits-App „Evermore“ und altersgerechte Seelsorgeangebote warten am Ende der Frage-und-Antwort-Kette. Die geistlichen Impulse stammen von Kirchenpräsidentin Prof. Dr. Christiane Tietz, Pröpstin Sabine Bertram-Schäfer und jungen Gemeindepädagog*innen.Die EKHN rückt damit das Phänomen „FOMO“ in den Mittelpunkt. Fomo steht für „Fear of missing out“, also für die Angst, Dinge zu verpassen oder sich falsch zu entscheiden. Die Impulspost zeigt jungen Menschen auf: Du bist nicht allein, wenn du dich von Entscheidungsprozessen überfordert fühlst. Du kannst dir Unterstützung suchen und dich bestärken lassen – auch mit Angeboten bei deiner Kirche. Letztlich geht es darum, dass viele falsche Entscheidungen revidiert werden können – mit einer neuen Entscheidung. Matz macht dabei aus der Vogelperspektive einen neuen Blick auf anstehende Fragen möglich. Dazu Pröpstin Sabine Bertram-Schäfer: „Entscheidungen gehören zum Leben. Sie sind oft schwer – aber niemand muss sie allein treffen. Denn Gott ist nicht nur am Ziel, sondern auch im Prozess dabei.“
