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Gemeinsamer evangelischer Wahlaufruf: „Für unsere Zukunft in Europa“

Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) hat zusammen mit ihren europäischen Partnerkirchen in Italien, Polen und Tschechien Bürgerinnen und Bürger dazu aufgerufen, sich an den Europawahlen vom 23. bis 26. ... Mehr dazu ...

Hessen-Nassau bekundet Solidarität mit „Fridays for Future“-Bewegung

Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) ist dem Netzwerk „Churches for Future“ beigetreten und bekundet damit ihre Solidarität mit den Schülerprotesten „Fridays for Future“, wie die ... Mehr dazu ...
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Gegen Antisemitismus – Resolution verabschiedet
In einem eindringlichen Appell hat sich die Synode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau gegen die zunehmende Judenfeindlichkeit gewandt. In einer einstimmig verabschiedeten Resolution gegen Antisemitismus heißt es, dass „in unserem Land und darüber hinaus in unverhohlenen und dreisten Formen antisemitische Äußerungen und judenfeindliche Angriffe zunehmen“. Die Bedrohung von Menschen jüdischen Glaubens in Berlin, das Mobben von jüdischen Schülerinnen und Schülern, antisemitische Schmierereien und NS-Symbole auf Grabsteinen und Briefkästen, telefonische Drohungen sowie judenfeindliche Kommentare und antisemitische Lieder im Internet und die Infragestellung des Staates Israel „sind gänzlich unerträglich und dies wollen wir nicht hinnehmen“, heißt es in der Entschließung. Die Synode hebt in ihrem Papier ausdrücklich die Dankbarkeit für die „in den letzten Jahren gewachsenen Beziehungen zu den jüdischen Gemeinden und deren Vertreterinnen und Vertretern“ hervor. Die Stellungahme begrüßt zudem die Berufung von Antisemitismusbeauftragten in Hessen und Rheinland-Pfalz.

Für Religionsfreiheit – Schwerpunktthema behandelt

Bis zum Herbst will die Synode ein Positionspapier zum Thema Religionsfreiheit und Menschenrechte erarbeiten. Das ist das Ergebnis einer intensiven Beratung zur Situation der Glaubensfreiheit in der Welt. Dabei hatte der syrische Rechtswissenschaftler Tarek Bashour als Gastreferent ein eindrückliches Plädoyer für ein stärkeres Engagement der westlichen Staatengemeinschaft in Syrien gehalten. „Die Großmächte, die die fabelhaften Menschenrechtskonventionen formuliert haben, schauen sich die Verachtung der Menschenrechte in Syrien tatenlos an“, sagte er. Andreas Goetze, Pfarrer für den interreligiösen Dialog in Berlin, forderte, dass die Kirchen in der weltweiten Ökumene „offensiv das Recht auf Religionsfreiheit als ein grundlegendes und herausragendes Menschenrecht“ vertreten sollten. Gleichzeitig will die Synode weitere friedenspolitische Themen aus dem Schattendasein holen. Dazu hat sie gleichzeitig eine „friedensethische Stellungnahme“ auf den Weg gebracht, die auf der Herbsttagung endgültig verabschiedet werden soll.

In Zukunft – Mitgliedschaftsstudie diskutiert
„Zahlen zum Nachdenken“, so nannte der Präses der hessen-nassauischen Kirchensynode, Ulrich Oelschläger, Ergebnisse einer neuen Studie zur Mitgliederentwicklung. Nach einer Anfang Mai veröffentlichten Untersuchung des Freiburger Instituts für Finanzwissenschaft und Sozialpolitik im Auftrag der Kirchen verlieren die großen Glaubensgemeinschaften bis zum Jahr 2060 bundesweit die Hälfte ihrer Mitglieder. Vor allem die Taufzahlen und das Austrittsverhalten der Menschen zwischen 20 und 35 Jahren sind demnach eine Herausforderung. Die Synode zog daraus erste Schlüsse. Sie beauftragte unter anderem die Kirchenleitung damit, ein Prioritätenpapier zur Zukunft der Kirche zu erarbeiten. Es soll auf der kommenden Synodentagung im November zur Beratung vorliegen.

Für Mitglieder – Bericht des Kirchenpräsidenten entgegengenommen
Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung hat sich auf der Synodentagung in Frankfurt dafür ausgesprochen, noch stärker als bisher auf Kirchenmitglieder zuzugehen. Vor dem Hintergrund aktueller Prognosen zur Mitgliedschaftsentwicklung solle vor allem der Kontakt zu jungen Erwachsenen intensiver gesucht werden. Nach Ansicht Jungs ist es zunächst eine Grundvoraussetzung „besser zu verstehen, was Menschen in den unterschiedlichen Lebensphasen von ihrer Kirche erwarten und brauchen“. So sei offenbar insbesondere bei der Altersgruppe der 20 bis 35-Jährigen erkennbar, dass gefragt werde: „Was bringt mir die Zugehörigkeit zur Kirche und was kostet sie mich?“. Dies sei vor allem in Ballungsräumen mit hohen finanziellen Belastungen etwa durch die Miete der Fall. Jung schlug deshalb vor, auch über besondere Leistungen für evangelische Kirchenmitglieder „in aller Offenheit“ nachzudenken. Dazu gehöre zum Beispiel auch die Möglichkeit, als Kirchenmitglied verlässlich einen Platz für sein Kind in einer evangelischen Kindertagesstätte bekommen zu können, wenn es eine evangelische Kindertagesstätte vor Ort gibt. Dies bedeute auf keinen Fall, die Offenheit für alle unabhängig von ihrer Religion und Weltanschauung einzuschränken, machte Jung deutlich.

Im Dienst – Personalentscheidungen getroffen
Winfried Schneider ist am Freitag von der Frankfurt am Main tagenden Synode als Präsident des Kirchlichen Verfassungs- und Verwaltungsgerichts (KVVG) bestätigt worden. Der pensionierte Wiesbadener Richter war 1998 erstmals von der Synode mit der ehrenamtlichen Aufgabe betraut worden. Der Darmstädter Oberkirchenrat Jens Böhm wurde auf der Synode zudem mit großer Mehrheit in seinem Amt als Personaldezernent der EKHN bestätigt. Der evangelische Theologe leitet seit 2014 das Dezernat Personal.

An Gemeinden - Beschlüsse gefasst
Schließlich gibt es noch gute Nachrichten für Gemeinden. Der Eigenanteil für den Erhalt der Gebäude, die sogenannte „Substanzerhaltungsrücklage“, wurde halbiert und entlastet aktuell damit die Haushalte vor Ort. Zudem können sich – wie bei den politischen Wahlen auch – künftig Menschen, die unter Betreuung stehen, an den Kirchenvorstandswahlen beteiligen.

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