Geistliche Impulse
Die Herrnhuter Tageslosung
Bad Homburg, 10.02.2021 12:09 Uhr

Mit Wertschätzung und kompetenter Begleitung zum Prädikantenamt

Im November vergangenen Jahres wurden 5 neue Prädikanten und eine Prädikantin aus dem Hochtaunus in ihr Amt eingeführt. Zwei von ihnen, Stefan Reinke und Michael Breither, blicken im folgenden Interview auf ihre Ausbildungszeit zurück. Sie unterhalten sich über eine kompetente, wertschätzende Begleitung und über den Mut, offen über den eigenen Glauben zu reden.

M: Stefan, Anfang 2018 lernten wir uns kennen beim Beginn der Ausbildung zum Lektorendienst. In 2019 und 2020 ging weiter mit der Ausbildung zu Prädikanten. Für mich sind insbesondere die letzten 2 Jahre schnell vergangen. Weshalb hast du dich entschieden, die Ausbildung weiterzumachen?

S: Hallo Michael, ich wollte von Anfang an die Ausbildung bis hin zum Prädikanten absolvieren. Deshalb war es für mich keine Frage, nach der Ausbildung zum Lektor weiterzumachen. Allerdings war das ja, wie du weißt, nicht selbstverständlich. Denn trotz der erfolgreichen Ausbildung zum Lektorendienst mussten wir uns dem Zulassungstag beim Zentrum Verkündigung stellen.

M: Eine Besonderheit an dem Kurs war für mich das Kurskonzept und auch das Ausbildungsteam mit Mitarbeiter*innen und Pfarrern der Dekanate Hochtaunus und Kronberg. Wir wurden mit Kompetenz und Wertschätzung durch die Zeit begleitet und sind als Gesamtgruppe richtig gut zusammengewachsen. Inhalte haben wir zumeist in der Gruppenarbeit ausgearbeitet. Der Erlebnisanteil war immer sehr hoch, sei es durch hilfreiche Praxisanteile, das Singen oder den Austausch in den Pausen. Du hast unsere Arbeit immer durch deinen Humor und deine Einfälle bereichert, vielen Dank dafür!

S: Sehr gerne! Das gute Miteinander hat es mir leicht gemacht, mich zu öffnen. So konnte ich auch Belastendes oder worüber ich sonst nicht gerne spreche, in unserer Gruppe aussprechen und mit dir und den anderen besprechen. Das hat mir unheimlich gut getan. Gerade auch im Hinblick auf mein Gottesverständnis. Ich fand es auch immer gut, wie kontrovers aber immer offen wir uns über die verschiedenen Bibeltexte und unseren Glauben ausgetauscht haben.

M: Letztes Jahr ist es ja auch mit dem Kurs und den Gottesdiensten ganz anders gelaufen, als wir uns das gedacht hatten. Bei mir fing es schon etwas früher an, durch die Vakanz der Pfarrstelle in Bommersheim. Bereits im Dezember 2019 durfte ich einen Adventsgottesdienst und den Familiengottesdienst an Heilig Abend geben. Bis zum ersten Lockdown war ich dann froh, dass ich alle erforderlichen Ausbildungsgottesdienste gegeben hatte. Dich hat es zu dem Zeitpunkt bei uns in Oberstedten ja „voll erwischt“: Anfang März wurde in weniger als einer Woche wurde entschieden, dass wir die Gottesdienste streamen und du hast diesen ersten Online-Gottesdienst souverän gestaltet. Wie hast du das erlebt?

S: Die Nachricht, dass es ein Livestream-Gottesdienst wird, erreicht mich sehr kurzfristig. Anika war ja auf Konfi-Freizeit und wir haben dann das Wesentliche noch einmal telefonisch abgesprochen. Für mich war aber klar, dass ich mich dieser Herausforderung stellen werde. Aber ja, ich war sehr nervös und unsicher. Ich habe mir diesen Gottesdienst nachher dann selbst noch einmal angeschaut und musste herzlich über mich selbst lachen. Aber ich genau daraus habe ich einiges lernen können. An dieser Stelle möchte ich Hendrik Gransow noch einmal Respekt zollen, der innerhalb von zwei Tagen die Technik aufgebaut hat, damit dieser erste Livestream-Gottesdienst auf Sendung gehen konnte. Das zeigt auch, welches Potential in der Oberstedter Kirchengemeinde steckt.

M: Wir fragten uns ja am Anfang, wie das wohl ist, von anderen Gemeinden für Gottesdienste angefragt zu werden. Du warst da bereits früh sehr offen dafür. Wie hast du die Gestaltung von Gottesdiensten bei dir in Weißkirchen/Stierstadt und in anderen Gemeinden erlebt? Was planst du in der Zukunft?
S: Tatsächlich habe ich bisher nicht die Gelegenheit gehabt, in anderen Gemeinden außer Oberstedten und meiner Heimatgemeinde Gottesdienst zu halten. Die Liturgie des klassischen Gottesdienstes ist unserer Liturgie aber sehr ähnlich. Zudem war ja Oberstedten meine Praktikumsgemeinde. Von daher bin ich auch hier schon heimisch geworden. Sollte ich dann doch mal in einer anderen Gemeinde Gottesdienst halten dürfen, plane ich, vorher dort mal einen Gottesdienst zu besuchen um zu sehen, wie dort die Gepflogenheiten sind.

M: Anfang diesen Jahres beginnt ja die nächste Gruppe die Ausbildung zum Lektorendienst. Was wünschen wir dem Ausbildungsteam und der Gruppe?

S: Da wir wissen, dass die neue Gruppe ein super Ausbildungsteam haben wird, brauchen wir, glaube ich, diesbezüglich keine Wünsche zu äußern. Allen, die jetzt die Ausbildung beginnen, wünsche ich Geduld. Es wird einiges zu lernen und zu üben geben. Und ich wünsche ihnen viel Freude in der Ausbildung. Und Mut, offen über den eignen Glauben und auch die Zweifel zu sprechen. Ich habe die Lektoren- und Prädikantenausbildung auch als einen sehr guten Glaubenskurs erfahren.

Michael Breither, Evangelische Kirchengemeinde Oberursel Oberstedten
Stefan Reinke, Versöhnungsgemeinde Oberursel Stierstadt und Weiskirchen
Im Januar 2021
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