Doppelter Abschied von Oberhessen und Rhein-Main
Die evangelische Pröpstin für Oberhessen, Anke Spory, und der Propst für Rhein-Main, Oliver Albrecht, sind am Sonntagabend (25. Januar 2026) in Frankfurt am Main gemeinsam aus ihrem Dienst verabschiedet worden. Spory und Albrecht hatten im Herbst vergangenen Jahres angekündigt, aus persönlichen Gründen aus ihren Leitungsämtern ausscheiden zu wollen. Das Propstamt in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) ist mit dem eines Regionalbischofs oder einer Regionalbischöfin in anderen Kirchen vergleichbar.Neuanfänge für Spory und Albrecht
Anke Spory (57) war seit 2023 Pröpstin für Oberhessen mit Sitz in Gießen und die erste Frau an der Spitze der Propstei. Im Frühjahr tritt sie ihre neue Aufgabe als Leiterin des Personalreferats der badischen Landeskirche in Karlsruhe an. Oliver Albrecht (63) war seit 2015 Propst für Rhein-Main mit Sitz in Wiesbaden. Ab März kehrt er ins Gemeindepfarramt zurück und wird Pfarrer in Delkenheim und Wallau bei Wiesbaden.
Zukunft der Leitungsämter im Blick
Die Nachfolge für Spory und Albrecht ist offen. Die EKHN-Kirchensynode wird im April auf ihrer bevorstehenden Tagung voraussichtlich auch darüber diskutieren, wie die Leitungsstrukturen der EKHN einschließlich dem Propstamt künftig ausgestaltet sein sollen.
Predigt zum Thema Veränderungen
In ihrer gemeinsamen Predigt in der Frankfurter Heiliggeistkirche nahmen Propst Albrecht und Pröpstin Spory das Thema Veränderung und Beständigkeit in den Blick. Für Albrecht gehörten Übergänge zum kirchlichen Leben. „Abschiedsschmerzen“ seien verständlich, dürfen jedoch kein Dauerzustand sein. Veränderungen seien auch für die Kirche notwendig. „Der Aufbruch ist nicht besser als das dableiben. Nur eben anders“, so Albrecht. Aufbrechen, aber auch Dableiben würden durch Gottes Segen verbunden.
Spory ging im Gottesdienst auch auf die Bedeutung der Ordination ein, die traditionelle Beauftragung von Pfarrerinnen und Pfarrern. Nach Worten Sporys verstehe sie sich als ein „In-den-Dienst-Nehmen-Lassen“. Diese Berufung bedeute, sich auf den Weg zu machen. Wichtig sei es dabei, sich mit anderen aufzumachen. Spory: „Dafür gibt es das schöne französische Wort: Konvoi“. Es bedeute „begleiten und geleiten.“ Im Konvoi unterwegs zu sein stärke „Gemeinsamkeitskräfte“ und Gemeinsinn.
Tietz: Kraft und Mut für neue Aufgaben
Bei dem Festgottesdienst zum Abschied dankte die hessen-nassauische Kirchenpräsidentin Christiane Tietz in einem Gebet für den Dienst von Pröpstin Anke Spory und Propst Oliver Albrecht in der EKHN. Sie würdigte die Gaben und das große Engagement, mit denen beide die Kirche geprägt haben. Sie unterstrich, „wie viele Menschen beide durch die Art, wie sie ihre Ämter ausübten, getröstet und zur Hoffnung ermutigt haben“. Auch dankte sie für ihre wichtigen kirchenleitenden Impulse und kraftvollen Visionen. Mit Blick auf die neuen Aufgaben von Spory und Albrecht erbat sie „Kraft, neuen Mut und Gottes begleitenden Schutz“.
