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Bad Homburg, 05.11.2018 13:14 Uhr

„Anders als die Anderen: Antisemitismus, Islamophobie und andere Ängste“

Beim 25. Gesellschaftspolitischen Forum Hochtaunus am 19.11. in Bad Homburg wird über die Zunahme antisemitischer, islamophober und anderer menschenverachtender Einstellungen diskutiert.

„Dass das Thema, das wir schon im Frühjahr festgesetzt hatten, kurz vor dem Veranstaltungstermin eine so schreckliche Aktualität bekommen hat, hat uns im Vorbereitungsteam des Gesellschaftspolitischen Forums schwer erschüttert“, bekennt Christoph Diringer vom Katholischen Bezirksbüro. Die Ermordung von elf Menschen in einer Synagoge in Pittsburgh Ende Oktober zeige, wie notwendig es sei, über Antisemitismus zu sprechen.

Zwar habe er in Deutschland jüngst nicht so brutale Formen angenommen wie in den USA, räumt Tobias Krohmer vom Evangelischen Dekanat ein, der dem Vorbereitungsteam ebenfalls angehört. Doch belegten die Attacke auf ein jüdisches Restaurant in Chemnitz im September sowie die Häufung von Angriffen auf als Juden erkennbare Mitbürger, dass Antisemitismus 80 Jahre nach den Novemberpogromen offenbar auch hier wieder gesellschaftsfähig geworden ist. Wie konnte es so weit kommen? Handelt es sich tatsächlich, wie von rechtspopulistischer Seite behauptet wird, ausschließlich um einen Import aus Ländern des Nahen Ostens mit notorisch schlechten Beziehungen zu Israel? Oder wird vielmehr durch die, gerade von Rechtspopulisten betriebene, allgemeine Verschiebung der Grenze des Sag- und Vertretbaren aktuell nur sichtbar, was latent immer schon vorhanden war? Ja, muss man das Erstarken des Antisemitismus‘ nicht gerade im Kontext einer sich allenthalben in unserer Gesellschaft ausbreitenden und auch gegen Muslime gerichteten gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit sehen?
Diese Fragen seien es, denen man beim 25. Gesellschaftspolitischen Forum nachgehen wolle, erläutert die Dritte im Bunde des Vorbereitungsteams, Birgit Wehner von der Katholischen Erwachsenenbildung. Auf dem Podium diskutieren werden Deborah Krieg, die stellvertretende Leiterin der Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt, Burak Yilmaz, der als Sozialarbeiter in Duisburg im Projekt HeRoes u. a. Fahrten mit muslimischen Jugendlichen nach Auschwitz organisiert, und Jacob Donath, der seine Erfahrungen als Kommunalpolitiker und jüdischer Bürger Bad Homburgs einbringen wird. Die Theologin Britta Baas vom Magazin Publik Forum wird Auskunft geben, wie die Haltung des Christentums zur Thematik ist. Hier sei das Verhältnis zum Judentum, aber auch das zu anderen Religionsgemeinschaften, immerhin lange Zeit ebenfalls sehr problematisch gewesen, wie alle drei Organisatoren einräumen. Teilweise sei das immer noch so.

Die kostenlose Veranstaltung beginnt am Montag, den 19. November 2018, um 20 Uhr in der Stadtbücherei in Bad Homburg und wird von Meinhard Schmidt- Degenhard moderiert.
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