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Bad Homburg, 11.10.2018 16:30 Uhr

Synode: Infos über Kooperationen in Kita, Kirchengemeinden und Pfarramt

Über die Pfarrstellenbemessung 2020 bis 2024, die gemeindeübergreifende Kita- Trägerschaft sowie über das Kirchengesetz zur Regionalen Zusammenarbeit in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) informierten sich die Synodalen des Evangelischen Dekanats Hochtaunus auf ihrer Tagung in der Kreuzkirche Oberursel am 14.9.

Dekan Michael Tönges- Braungart und Pfarrer Christoph Gerdes, beide Mitglieder der von der Dekanatssynode eingesetzten Steuerungsgruppe zur Pfarrstellenbemessung, erläuterten die erarbeiteten Kriterien, nach denen die Pfarrstellen im Dekanat Hochtaunus auf die einzelnen Kirchengemeinden verteilt werden sollen. Die bereits bei der letzten Pfarrstellenbemessung im Evangelischen Dekanat Hochtaunus angewandten Bemessungsfaktoren sollen beibehalten werden. Begründet ist die Pfarrstellenbemessung in einem Beschluss der Kirchensynode der evangelischen Landeskirche EKHN: Um dem Rückgang der Mitgliederzahlen in der Personalplanung Rechnung zu tragen, soll die Anzahl der Pfarrstellen jedes Jahr um 1,4 Prozent reduziert werden. Für das Dekanat Hochtaunus bedeutet dies eine Verringerung der 40,5 Pfarrstellen bis zum 31.12.2022 um 0,5 Stellen und bis zum 31.12.2024 um zwei weitere Stellen. Wie das Stellenkontingent auf die Gemeinden konkret verteilt werden soll, wurde auf dieser Synode nicht diskutiert. Darüber entscheiden muss die Synode bis Ende 2019. Grundlage wird ein von der Steuerungsgruppe erarbeiteter Sollstellenplan sein.
„Die Kooperation in Nachbarschaftsregionen erscheint der Steuerungsgruppe in Zukunft als notwendig", sagte Pfarrer Gerdes aus Ober- Erlenbach. "Stellenkürzungen sollten nicht von den betroffenen Gemeinden allein gestaltet werden. Schließlich gibt es innerhalb der Regionen Aufgaben wie zum Beispiel die Betreuung von Altenheimen, die zwischen den Pfarrpersonen aufgeteilt werden können. Dadurch kann Schwerpunktsetzung ermöglicht werden und ein gewisser Ausgleich zwischen Pfarrstellen mit unterschiedlichen Rahmenbedingungen stattfinden." Entsprechenden Handlungsspielraum verleiht den Kirchengemeinden das neue Kirchengesetz über die regionale Zusammenarbeit in der EKHN. Das Gesetzt bietet einen verlässlichen Rahmen, innerhalb dessen Gemeinden ihre Zusammenarbeit in verschiedenen Formen regeln können. Im Einzelnen sind diese Formen: Pfarramtliche Verbindung, Arbeitsgemeinschaft, Kooperationsraum, Kirchlicher Verband, Gesamtkirchengemeinde und Gemeindezusammenschluss. Die Entscheidung darüber, welche der Kooperationsformen eine Gemeinde wählt und ob sie überhaupt eine Kooperation eingehen möchte, fällt jede Kirchengemeinde selber.
Das Thema Kooperation und Entlastung von Kirchengemeinden griff auch Präses Peter Vollrath- Kühne beim Tagesordnungspunkt „Gemeindeübergreifende Kita- Trägerschaft“ auf: „Ziel dieser gemeinsamen Trägerschaft ist die Entlastung der Kirchenvorstände und Pfarrpersonen beim Betrieb einer Kita durch eine zentrale Steuerung, Organisation und Verwaltung" erläuterte Vollrath- Kühne. Außerdem sollen sich die Kitas bei personellen Engpässen wechselseitig aushelfen können. Die durch die wegfallenden Verwaltungsaufgaben gewonnenen Freiräume, bedeuteten mehr Zeit für pädagogische Arbeit und Verkündigung – „und sind damit eine gute Möglichkeit das evangelische Profil weiter zu stärken", so Vollrath- Kühne. Seit Oktober 2017 arbeitet eine Steuerungsgruppe an einem Konzept für eine gemeindeübergreifende Kita- Trägerschaft im Dekanat. „In dieses Konzept fließen die Resultate von Gesprächen und Infoveranstaltungen mit Kirchenvorständen, Kita- Leitungen und Mitarbeitenden ein", so der Präses der Synode weiter. Der Steuerungsgruppe gehören Pfarrpersonen, Mitglieder aus Kirchenvorständen, Kita- Leitungen, Mitarbeitervertretung sowie Dekan und Präses an. Zurzeit finden Informationsgespräche zwischen den einzelnen Kirchenvorständen und Dekan Tönges- Braungart sowie Präses Vollrath- Kühne statt. Auch über die Einrichtung einer gemeindeübergreifenden Kita- Kooperation muss die Synode des Evangelischen Dekanats Hochtaunus im kommenden Jahr entscheiden.

Hintergrundinformationen Pfarrstellenbemessung

Im Jahr 2017 hat die Synode der Evangelischen Landeskirche in Hessen und Nassau (EKHN) intensiv über die Gestaltung des Pfarrdienstes und die Umsetzung der Pfarrstellenbemessung in den kommenden Jahren beraten. Das Ergebnis wahrt die Kontinuität zu dem vorherigen Verfahren, indem im Rahmen der Pfarrstellenbemessung erneut eine Anpassung an die Mitgliederentwicklung erfolgt. Gleichzeitig wurden aber zusätzliche Maßnahmen beschlossen, um die Folgen des Rückgangs der Zahl der Pfarrerinnen und Pfarrer verantwortlich zu gestalten, der sich aufgrund des Verhältnisses von Ruhestandsversetzung und Neueinstellung ergeben wird. Mit der Möglichkeit, Gemeindepfarrstellen in Kooperationsräumen zu errichten, richtet sich der Blick über Gemeindegrenzen hinaus und wird das Miteinander fördern können. Das Zusammenspiel der Dienste und Ämter wird gestärkt werden, indem Stellen aus dem regionalen und gesamtkirchlichen Pfarrdienst verstärkt an anderen Berufsgruppen übertragen werden (1,5 Prozent pro Jahr). Zudem werden mit den Vakanzquoten und der Möglichkeit von Verwaltungsdienstaufträgen für Pfarrerinnen und Pfarrer im Ruhestand auch Regelungen vorgesehen, um den zu erwartenden Vakanzen am Ende des Bemessungszeitraumes zu begegnen. Hierzu kann auch der Predigtdienstauftrag beitragen, der für alle Pfarrerinnen und Pfarrer mit einem regionalen und gesamtkirchlichen Dienstauftrag vorgesehen wird. Die Aufstockung der Dekanspfarrstellen soll die Dekanate bei der Umsetzung und Gestaltung der kommenden Veränderungsprozesse unterstützen. Die Pfarrstellenreduktion im Rahmen der Pfarrstellenbemessung 2020 bis 2024 wird nicht mehr – wie in der vorausgegangenen Bemessung – in einem Zeitraum von fünf Jahren, sondern in zwei Stufen erfolgen, um die Folgen des starken Rückgangs der Pfarrerinnen und Pfarrer in dieser Zeit abzufangen. Daher entfallen bis zum 31. Dezember 2022 in der EKHN 4,2 % der Pfarrstellen. Bis zum 31. Dezember 2024 entfallen weitere 2,8 % der Pfarrstellen. Die Übertragung von derzeitigen Pfarrstellen in bestimmten Arbeitsfeldern an andere Berufsgruppen (sogenannter Professionen- Mix) ist bis zum 31. Dezember 2024 umzusetzen.

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