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Bad Homburg, 30.01.2018 11:40 Uhr

Gemeindeübergreifende Kita-Trägerschaft im Dekanat Hochtaunus – Alles güt?

Über die Vor- und Nachteile der gemeindeübergreifenden Kita-Trägerschaft (GüT) gibt es unterschiedliche Ansichten. Fest steht aber: Bereits in neun Dekanaten der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) besteht eine GüT. Und das aus gutem Grund: Soll die GüT doch Trägeraufgaben bündeln und verwalten, Personalführung und -gewinnung optimieren sowie die inhaltliche Rolle der Kirchengemeinden stärken. Darüber hinaus versprechen sich die Initiatoren Vorteile in der Wettbewerbs- und Verhandlungsfähigkeit gegenüber Kommunen sowie eine gesteigerte Vernetzung und Profilierung evangelischer Kita-Arbeit. Außerdem sind durch die zentrale Koordination, Planung und Steuerung durch eine Geschäftsführung weitere verwaltungserleichternde Effekte und Synergien zu erwarten. „Die Entlastung der Kirchenvorstände und Pfarrpersonen von Verwaltungsroutinen bringt zudem den Vorteil für unsere Kirchengemeinden, sich mehr auf die religionspädagogische Arbeit konzentrieren zu können“, erläuterte Präses Peter Vollrath-Kühne schon auf der letzten Synode des evangelischen Dekanats Hochtaunus im November 2017. Denkbar sind zudem gemeinsame Fortbildungen für Mitarbeitende der Kitas in Religionspädagogik oder eine deutlichere Profilierung der Kitas als evangelische Einrichtungen. Evangelische Kitas bleiben erkennbar als Einrichtungen in verschiedenen Kommunen, in denen gelebte Religion eine Rolle spielt – und in denen auf dieser Basis das gute Miteinander unterschiedlicher Religionen in gegenseitigem Respekt und in Toleranz eingeübt werden kann. Dies geschieht bewusst im Gegensatz zur oft vertretenden Auffassung, dass Kitas religiös neutral sein sollten. Wichtig ist dem Dekanat Hochtaunus dabei, dass die Kirchengemeinden die Kitas weiterhin als ihre Einrichtungen betrachten und sich für sie verantwortlich fühlen, aber eben vor allem für die inhaltliche Arbeit und nicht mehr für jeden Verwaltungsvorgang. An wichtigen, ihre Kita betreffenden Entscheidungen sollen die Kirchengemeinden weiterhin beteiligt sein.

Seit Oktober 2017 arbeitet eine Steuerungsgruppe an einem Konzept für eine gemeindeübergreifende Kita-Trägerschaft im Dekanat Hochtaunus, das Ende 2018 der Dekanatssynode zur Verabschiedung vorgelegt werden soll. In dieses Konzept sollen die Resultate von Gesprächen und Infoveranstaltungen mit allen Beteiligten (Kirchenvorstände mit und ohne Kitas, Kita-Leitungen, Mitarbeitende, Eltern usw.) einfließen. Die Steuerungsgruppe wurde vom Dekanatssynodalvorstand eingesetzt. Ihr gehören folgende Mitglieder an: Pfarrer Jörg Marwitz (Gedächtniskirche Bad Homburg), Gerlinde Wiesner (Kirchenvorstand Kirchengemeinde Hausen-Arnsbach), Pfarrerin Constanze Adam-Mikosek (Kreuzkirchengemeinde Oberursel), Susanne Finn (Leiterin Kita der Erlöserkirche Bad Homburg), Olaf Weiand (Leiter Kinder und Familienzentrum im Rosengärtchen, Heilig-Geist-Kirchengemeinde Oberursel), Sabine Kersting (Leiterin Kita Kirchengemeinde Köppern), Steffen Pohlmann (Mitarbeitervertretung Bad Homburg Ost), Olga Gettmann (Mitarbeitervertretung Bad Homburg West), Frank Stadtmüller (stellv. Leiter Ev. Regionalverwaltung Oberursel), Susanne Krüger (Päd. Fachberatung Kindertagesstätten), Vera Bickel (Projektkoordinatorin GüT), Yvonne Dettmar (Bildungsreferentin Dekanat Hochtaunus), Jens-Markus Meier (Öffentlichkeitsarbeit Dekanat Hochtaunus), Peter Vollrath-Kühne (Präses Dekanat Hochtaunus), Michael Tönges-Braungart (Dekan Dekanat Hochtaunus).

Um möglichst die Interessen von allen Beteiligten in den ergebnisoffenen Prozess der gemeinsamen Erarbeitung eines GüT-Konzepts einzubringen, lädt die Steuerungsgruppe zu verschiedenen Informationsveranstaltungen ein. Darüber hinaus werden die bisherigen Resultate mit der Leitungskonferenz der Kitas, der Trägerkonferenz der Kitas, Elternvertretern und Kirchenvorständen diskutiert. Als zweite Infoveranstaltung ist ein Treffen mit den Gemeindesekretärinnen der Kirchengemeinden mit Kita am 27. Februar um 10.00 Uhr in der Versöhnungskirchengemeinde Oberursel geplant. Hier möchten Mitglieder der Steuerungsgruppe über mögliche Folgen einer gemeindeübergreifenden Kita-Trägerschaft für das Stundenkontingent der Gemeindesekretariate aufklären. Eine weitere Infoveranstaltung wird im April für Kita-Träger und Kita-Mitarbeitende (drei Personen je Kirchenvorstand und drei bis vier Kita-Mitarbeitende je Kita) angeboten. Die Steuerungsgruppe erhofft sich von diesem Termin weitere Resonanz und Anregungen zum erarbeiteten GüT-Konzept. Im Sommer 2018 soll das Konzept, unter Berücksichtigung der bis dahin von den verschiedenen beteiligten Interessengruppen diskutierten Änderungswünschen, den Kirchenvorständen (deren Gemeinde eine Kita unterhält) im Dekanat Hochtaunus vorgestellt werden. Die folgenden Wochen stünden den Kirchenvorständen, deren Gemeinde die Trägerschaft für eine Kita hat, für Beratungen darüber zur Verfügung, ob sie der GüT des Dekanats Hochtaunus beitreten möchten und dies schließlich in einer Absichtserklärung bekunden. Wenn schließlich die Synode des Dekanats Hochtaunus im November 2018 die gemeindeübergreifende Trägerschaft verabschieden würde, könnte die Evangelische Regionalverwaltung Oberursel Anfang 2019 mit der Umsetzung der GüT beginnen. In Kraft treten würde die GüT dann Anfang 2020.
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